Abgeordnetenbrief August 2018

Isabell Zacharais, MdL

09. August 2018

Der Volksmund hat bekanntlich Sprüche für alle Lebenslagen. Ich habe für jedes Thema in diesem Brief einen passenden herausgesucht. Zugegeben: An manchen Stellen quietscht es ein wenig, aber bei der Hitze! Mit der Bitte um Nachsicht grüßt

Ihre Isabell Zacharias

Inhalt:

  • Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
  • Spare in der Zeit, dann hast du in der Not
  • Wo Licht ist, ist auch Schatten
  • Ende gut, alles gut
  • Mit Musik geht alles besser
  • Wer zuletzt lacht, lacht am besten
  • Termine

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

Als in Curt Goetz‘ Komödie Das Haus in Montevideo plötzlich der Pastor am Mittagstisch auftaucht, füllt das Hausmädchen den Suppentopf mit Wasser auf. Damit es für alle reicht. Ob die Mensa es angesichts von immer mehr Studierenden genauso macht, weiß ich nicht. Doch ich weiß, dass die Studentenwerke seit Jahren Probleme haben, mit dem Geld auszukommen. Das wird immer schwieriger, zumal wenn die 18.000 neuen Studienplätze besetzt sind, die der Ministerpräsident neulich versprochen hat. Vor allem Wohnheimplätze werden fehlen, die sind ja jetzt schon knapp. Die SPD-Fraktion hat in der Debatte über den Nachtragshaushalt elf weitere Millionen für die Studentenwerke gefordert. Warum das so wichtig ist, habe ich bei einer Pressekonferenz erläutert. Die Suppe ist jedenfalls das kleinste Problem.

Spare in der Zeit, dann hast du in der Not

Sommerferienarbeitslosigkeit. So nennt es die Bundesagentur für Arbeit, wenn Lehrkräfte sich am Ende des Schuljahres arbeitslos melden. Ihre Verträge enden nämlich, sobald die unterrichtsfreie Zeit beginnt. Den Lebensunterhalt dieser Lehrkräfte finanziert dann die Arbeitslosenversicherung und schlimmstenfalls das Jobcenter. Auf irgendeine Weise jedenfalls immer die Allgemeinheit. Für Kultusministerien ist das prima. Für Lehrkräfte ist es fatal. Sie können nicht vernünftig planen und suchen sich im Zweifelsfall einen anderen Job. Die SPD-Fraktion hat in einem Dringlichkeitsantrag gefordert, diese unselige Praxis zu beenden. Würden alle Lehrkräfte, die jetzt arbeitslos sind, fest eingestellt, fiele weniger Unterricht aus. Und die Lehrkräfte müssten im Sommer nicht vom Ersparten leben.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Wo Licht ist, ist auch Schatten? Mag sein. Wir hatten zunächst Schatten, dann aber viel Licht. Unter der Überschrift „Kultur für alle“ wollte das Bildungsforum der Sozialdemokratie im Münchner Museum Fünf Kontinente über Inklusion in der Kultur diskutieren. Die Zusage des Museums hatten wir. Bis kurz vor der Veranstaltung jedenfalls. Dann lud man uns wieder aus, denn staatliche Einrichtungen seien für politische Parteien tabu. Weil in den letzten drei Monaten vor einer Wahl im öffentlichen Raum nur Parteien plakatieren dürfen, hatten wir nämlich „SPD“ auf unser Einladungsplakat drucken müssen - schon war aus einer Bildungsdiskussion eine Parteiveranstaltung geworden. Wir diskutierten dann einfach draußen vor der Tür, im Licht des wunderbar milden Sommerabends.

Ende gut, alles gut

Halt und Sicherheit am Lebensende gemeinsam gestalten war eine Veranstaltung überschrieben, bei der ich mit drei Fachleuten des Hospizdienstes DaSein und der Leiterin der Evangelischen Stadtakademie München auf dem Podium saß. Hospizarbeit und Palliativ Care kommen ins Spiel, wenn eine Krankheit nicht mehr geheilt werden kann. Sie lindern Schmerzen und sorgen dafür, dass so viel Lebensqualität wie möglich erhalten bleibt. Was viele nicht wissen: Wer Rat und Hilfe braucht, kann jederzeit anrufen, es ist nie zu früh. Auch für die Palliativ- und Hospizversorgung zu Hause entstehen den Versorgten keine Kosten. Zu Hause sterben und dabei professionell umsorgt werden - wie gut, dass das möglich ist.

Mit Musik geht alles besser

Im Jahr 2018 verleiht der Verband für Popkultur in Bayern seinen Popkulturpreis zum 28. Mal. Mit dem Preis werden Initiativen, Vereine oder auch mal Einzelpersonen ausgezeichnet, die die bayerische Popkultur fördern. Wenn Sie geeignete Kandidaten kennen, machen Sie sie doch bitte auf die Ausschreibung aufmerksam. Bewerbungsschluss ist am 28. September, die Preisverleihung am 19. Dezember.

Wer zuletzt lacht, lacht am besten

Unterstützenswert: das Münchner Theater am Sozialamt. Es steht nach eigenem Verständnis in der Tradition Karl Valentins. Da ist was dran. In einer Kritik des aktuellen Stücks „Grimm – lasst uns flüchten, z. B. in den deutschen Wald“ heißt es: „Mit viel Vergnügen für Mitwirkende wie Publikum drücken sie sich in den dunkleren Ecken der deutschen Romantik herum, bleich beschienen vom silbernen Mond.“ Und so geht das den ganzen Abend weiter. Damit es auch finanziell weitergeht, wirbt der Förderverein des TamS um Mitglieder, die für (mindestens) 50,05 Euro im Jahr Einiges erwarten dürfen. Mindestens Seitenstechen vor Lachen.

Termine

116. Ausgabe des Monatsbriefs

Teilen