Personalmangel in bayerischen Kitas verschärft sich

30. Mai 2017

Familienwoche der SPD-Landtagsfraktion: wachsende Nachfrage von familienunterstützenden Maßnahmen erfordert mehr Fachkräfte - 8000 Erzieherinnen und Erzieher fehlen aktuell

Die Personalnot in bayerischen Kindertagesstätten spitzt sich weiter zu. Dies ist ein Ergebnis der ersten SPD-Familienwoche, bei der 24 SPD-Abgeordnete über 30 Familieneinrichtungen in ganz Bayern besucht haben. "Fast alle Kindertagesstätten berichteten uns über fehlendes Personal und die Schwierigkeit, wegen der niedrigen Bezahlung Fachkräfte zu finden. Wir haben die Situation noch schlimmer vorgefunden als wir es erwartet haben", erklärte die familienpolitische Sprecherin Doris Rauscher bei der Abschluss-Pressekonferenz der Familienwoche im Bayerischen Landtag. "Wir verfügen in Bayern durchaus über vielfältige familienunterstützende Einrichtungen, aber die Nachfrage wächst stetig", bilanzierte Rauscher.

Rauscher bezifferte den aktuellen Personalbedarf für die Kinderbetreuung in Bayern der unter Sechsjährigen auf 8000 Fachkräfte, allein um die vorhandenen Stellen zu besetzen. "Darin ist noch keine Verbesserung der Qualität und der Arbeitsbedingungen enthalten. Dafür bräuchte es weitere Investitionen", stellte die SPD-Sozialpolitikerin fest.

Auch der Mangel an bezahlbaren Wohnungen wurde von den Gesprächspartnern besonders oft als Problem benannt. Dabei fehle bezahlbarer Wohnraum sowohl für Familien in Ballungsräumen als auch für Erzieherinnen und Erzieher. "Inzwischen haben ja sogar Lehrerinnen und Lehrer ein Problem, kurzfristige Wohnungen zu finden", berichtete Rauscher aus Gesprächen mit Schulleitungen.

Schließlich macht den Familieneinrichtungen auch fehlende Planungssicherheit zu schaffen. "Etliche Angebote sind nur als Projekte finanziert, um deren Verlängerung immer wieder neu gerungen werden muss", sagte Rauscher.

Einen Überblick über die Aktionen rund um die Familienwoche finden Sie hier.

Teilen