Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember: SPD fordert mehr Geld für Unterstützungsangebote und Prävention

30. November 2017

SPD-Gesundheitsexpertin Kathrin Sonnenholzner und queerpolitische Sprecherin Isabell Zacharias: Viele Neuinfektionen wären durch gezielte staatliche Maßnahmen vermeidbar

Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember fordert die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bayerischen Landtag, Kathrin Sonnenholzner (SPD), die Mittel für Prävention und Beratung zu erhöhen. "In den letzten Jahren wurden bei der Behandlung dieser Krankheit große Erfolge erzielt. Auch die Ehrenamtlichen in den Informations- und Beratungsstellen haben einen großen Beitrag geleistet. Nichtsdestotrotz bedeutet die Diagnose HIV-positiv für einen großen Teil der Betroffenen noch immer soziale Isolation und gesellschaftliche Diskriminierung. Hier gibt es noch viel zu tun." In Bayern starben im vergangenen Jahr 55 Menschen an AIDS, in ganz Deutschland 460. 12.000 Menschen in Bayern leben mit der Diagnose HIV. Verschoben haben sich die Anteile der Risikogruppen: Während die Neuerkrankungen bei homosexuellen Männern (zwei Drittel der Betroffenen) um 15 Prozent zurückgingen, haben sich bei Heterosexuellen die Neuinfektionen seit 2010 fast verdoppelt. Sonnenholzner sieht hier bei Prävention und Information die Staatsregierung in der Pflicht: "Da Frauen nicht zur Risikogruppe gehören, müssen sie oft trotz eindeutiger Symptome eine medizinische Odyssee durchlaufen, bis HIV festgestellt und behandelt wird", betont die Gesundheitsexpertin. Um die Anzahl der Neuinfektionen bei intravenös Drogenabhängen zu senken, seien etwa Drogenkonsumräume wichtig, wie es andere Bundesländer längst vormachen. Um die Betroffenen zu informieren und auch psychosozial zu betreuen, sei sei eine bessere staatliche Finanzierung der AIDS-Beratungsstellen überfällig, betont Sonnenholzner. "Die zehn AIDS-Beratungsstellen in Bayern werden jährlich von rund 5000 Personen in Anspruch genommen. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Prävention, und sie sind eine wichtige Zugangsmöglichkeit zu schnellen und anonymen HIV-Tests."

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