Abgeordnetenbrief April 2015

Frust an den Hochschulen: Die einen dürfen nicht rein, weil die Noten nicht passen. Die anderen sind drin und rechnen täglich damit, wieder gehen zu müssen. Frust auch bei Startbahngegnern und Windradbauern, weil die Staatsregierung sonderbare Beschlüsse fasst. Grund zum Optimismus haben am ehesten Schildkröten und Schlangen: Neue Räume für sie zu finden dürfte von allen Aufgaben die einfachste sein.

Frustfrei grüßt Ihre Isabell Zacharias

Inhalt:

  • Wolle mer se reilasse?
  • Nachwuchswissenschaftler auf dem Sprung
  • Mehr Platz für Mensch und Tier
  • Energiewende, -wende, -wende …
  • Nachgehakt
  • Termine

Wolle mer se reilasse?

Wird man mit einer Eins in Deutsch und Mathe ein guter Arzt? Anders gefragt: Könnte jemand mit einer Drei nicht auch ein guter Arzt werden - wenn man ihn nur studieren ließe? Schulnoten verraten nicht, ob jemand für einen Beruf geeignet ist. Die Freien Wähler haben vorgeschlagen, die Abiturnote bei der Hochschulzulassung geringer zu gewichten. Sicher, das wäre besser als nichts. Bei der Abstimmung über ihren Gesetzentwurf habe ich mich trotzdem enthalten. Weil „besser als nichts“ ein typisches Provisorium wäre: Hält ewig und verhindert so das Nachdenken über eine bessere Lösung. Ich möchte darüber nachdenken, gern zusammen mit Ihnen. Schreiben Sie mir: Wie würden Sie angehende Mediziner auswählen?

Nachwuchswissenschaftler auf dem Sprung

Es ist gut, dass sich künftig weniger wissenschaftliche Mitarbeiter von Zeitvertrag zu Zeitvertrag hangeln müssen. Die neuen Grundsätze zu Befristungen, auf die sich Wissenschaftsminister Spaenle mit Hochschulen und Wissenschaftlern in Bayern geeinigt hat, sind ein erster Schritt. Aber eben nur ein erster. Die Hälfte der Wissenschaftler profitiert davon, der Rest ist nach wie vor auf dem Sprung - auf dem Sprung ins Ausland oder in die Wirtschaft. Junge Wissenschaftler brauchen realistische Perspektiven an der Hochschule, vor allem an ihrer eigenen. Mehr in meiner Pressemitteilung.

Mehr Platz für Mensch und Tier

Eng geht es zu in der Reptilienauffangstation in der Kaulbachstraße in München. Eng für die Tiere, noch enger für die Menschen. In Deutschlands größter Auffangstation für exotische Haustiere sorgen Tierpfleger, Tierärzte und Biologen „mit ihrer wissenschaftlich fundierten Arbeitsweise für eine nachhaltige Verbesserung der Haltungsbedingungen von Reptilien und anderen Exoten“, wie es auf der Website der Auffangstation heißt. Ich werde mich zusammen mit der SPD-Landtagsfraktion dafür einsetzen, dass sie unter besseren Bedingungen arbeiten können: in neuen, größeren Räumen.

Energiewende, -wende, -wende …

Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln - das ist das Energiekonzept des bayerischen Ministerpräsidenten. Bei einem Fachgespräch, zu dem ich Natascha Kohnen nach Freising eingeladen hatte, ließ diese kein gutes Haar an Seehofers Energie-Schlingerkurs. Den Atomstrom will Seehofer durch Windstrom aus dem Norden ersetzen, die nötigen Stromtrassen lehnt er ab. Bayerischer Windstrom ist auch nicht die Lösung, weil wegen der neuen Seehoferschen Abstandsregelung kaum noch Windräder zugelassen werden. Gaskraftwerke, auf die Seehofer setzt, rentieren sich nicht. Sicher ist nur eines: Strom wird im Süden knapp und teuer. Mehr zum bayerischen Energiechaos lesen Sie im Bericht auf meiner Website.

Nachgehakt

Der Münchner Flughafen braucht keine dritte Startbahn. CSU und Staatsregierung wollen sie, die Bürger nicht. Die SPD München will sie auch nicht. An den Bürgerentscheid gegen die Startbahn (von 2012) fühlt sich die Landeshauptstadt München - einer der drei Gesellschafter der Flughafen-GmbH - nach wie vor gebunden. Weil die GmbH einstimmig entscheidet, kann nicht gebaut werden, so lange München sich sperrt. Nun soll die GmbH in eine bloß mit Mehrheit entscheidende Aktiengesellschaft umgewandelt werden. In der aktuellen Stunde des Landtags am 26. März musste sich die CSU dem Vorwurf stellen, mit diesem Trick den Bürgerwillen aushebeln und die dritte Startbahn durch die Hintertür einführen zu wollen.

Termine

  • Mittwoch, 15.04.2015, 19.00 Uhr, Heppel & Ettlich, Feilitzschstraße 12, Kulturempfang für den Münchner Norden
  • Freitag, 17.04.2015, 13.00 Uhr, MOC, Lilienthalallee 40, Halle 4, Messe 66 (bei Interesse an Freikarten bitte melden)
  • Samstag, 18.04.2015, 11.00 Uhr, Dolce Munich, Andreas-Danzer-Weg 1, Unterschleißheim, Kleiner Parteitag
  • Donnerstag, 23.04.2015, 13.30 Uhr, Stimmkreistour durch Freising und Moosburg
  • Samstag, 09.05.2015, 15.00 Uhr, Maximilianeum, Preisverleihung Jugenddokumentarfilmpreis SPD-Landtagfraktion
  • Sonntag, 10.05.2015, 12.05 Uhr, Königsplatz, Lesen aus verbrannten Büchern

76. Ausgabe des Monatsbriefs