Abgeordnetenbrief Januar 2018

Der Erfolg, heißt es, hat viele Väter. Wo sind die eigentlich, solange das Kind klein ist? Jedenfalls nicht zu Hause. Dort ist Mama zuständig, bis das Kind aus dem Gröbsten raus ist. Beim Abitur steht Papa wieder auf der Matte. Schließlich habe er diesen prächtigen Sohn gezeugt. Wie ich darauf komme? Beim Dreikönigstreffen meinte ein SZ-Journalist, die SPD müsse ihre Erfolge besser verkaufen. Wenn der Freistaat seine Lehrbeauftragten künftig fest anstellt oder wenigstens anständig bezahlt, wenn er Antiziganismusforschung finanziert und 80 Prozent der Filmförderung an Frauen vergibt: Was glauben Sie, wer es am Ende wieder gewesen ist? Eben.

Als Mutter vieler guter Ideen grüßt Ihre Isabell Zacharias

Inhalt:

  • Lehrauftrag: viele Stunden, wenig Geld
  • Sinti und Roma in Bayern
  • Eine Quote für Filmerinnen
  • Erfolgsgeheimnis
  • Unterstützenswert: Förderverein in Dachau
  • Termine

Lehrauftrag: viele Stunden, wenig Geld

Lehrbeauftragte an Hochschulen arbeiten gegen Honorar. Der Freistaat verlangt, dass sie ihren Job als nebenberuflich deklarieren, damit er Sozialabgaben spart. Doch so einfach ist das nicht. Früher übernahmen Professoren Lehraufträge und verdienten damit abgabefrei ein wenig hinzu. Heute arbeiten die meisten Lehrbeauftragten hauptberuflich. Ohne sie bräche der Unterricht zusammen. Trotzdem werden miserabel bezahlt und müssen die Beiträge zur Sozialversicherung allein tragen – Arbeitneh-mer- plus Arbeitgeberanteil. Da stockt mancher mit Hartz IV auf. Beim Protest der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen stand ich mit ihnen vor der Staatskanzlei. Ich schließe mich ihren Forderungen an, erst recht nach unserem Fachgespräch im Landtag.

Sinti und Roma in Bayern

Werden Sinti und Roma in Bayern diskriminiert? Darüber wissen wir wenig. In Bayern gibt es dazu weder Lehrstuhl noch Forschungsstelle. Der SPD-Antrag, für Antiziganismusforschung einen Wettbewerb auszuloben, war der Auslöser für ein Schreiben des Hochschulausschuss an die bayerischen Hochschulen. Die Präsidentinnen und Präsidenten werden darin ermuntert, das Thema Antiziganismus aufzugreifen und sich womöglich ein Beispiel an Baden-Württemberg zu nehmen, wo die Uni Heidelberg eine Forschungsstelle Antiziganismus hat. Es wäre sinnvoll, auch in Bayern einschlägige Aktivitäten zu bündeln.

Eine Quote für Filmerinnen

Kürzlich wurden die Golden Globes verliehen, für Regie natürlich wieder mal nur an Männer. Die Wahrscheinlichkeit, dass in ein paar Wochen eine Frau einen Oscar für Regie kriegt, ist ebenfalls gering. Nicht, weil es keine fähigen Regisseurinnen gäbe. Die gibt es, denken Sie nur an Margarete von Trotta, Doris Dörrie und Maren Ade. Aber es sind zu wenige, weil Frauen im Filmgeschäft besonders schlechte Chancen haben. Fast die Hälfte aller Regiestudenten sind weiblich, aber nur ein Fünftel aller Filme wird von Frauen gemacht. Dass eine Quote hilft, hat Schweden bewiesen. Mehr über eine Quote für Filmerinnen lesen Sie auf meiner Website.

Erfolgsgeheimnis

Die Münchner SPD trifft sich traditionell an Dreikönig. Beim jüngsten Treffen, bei dem der Saal aus allen Nähten platzte, war „so etwas wie Hoffnung in dieser alten, stolzen Partei zu spüren“. Das schrieb die Süddeutsche und meinte, der SPD „müsse es endlich gelingen, ihre Erfolge auch für jedermann sichtbar auszustellen“. Es stimmt schon: Wir neigen dazu, aus unseren Erfolgen ein Geheimnis zu machen. Man will ja nicht angeben. Das Marktschreierische liegt uns nicht so. Dabei haben wir allen Grund, stolz zu sein, vor allem auf unsere Frauen: auf Malu Dreyer, die zum Dreikönigstreffen nach München kam, auf Natascha Kohnen, die diese Woche in Berlin sondierte, auf Isabell Zacharias, die ... Aber ich will ja nicht angeben.

Unterstützenswert: der Förderverein

In der Rubrik „unterstützenswert“ werbe ich für Organisationen, in denen ich Mitglied bin. Bei allen Un-terschieden haben sie eines gemeinsam: Hier engagieren sich Menschen ehrenamtlich für eine gute Sache. Ich unterstütze sie durch meinen Mitgliedsbeitrag und durch Werbung. Heute lege ich Ihnen den Förderverein für Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit Dachau e.V. ans Herz. Er fördert die Völkerverständigung und hält die Erinnerung an unsere Geschichte wach. Das ist Jugendarbeit vom Feinsten und verdient Ihre Unterstützung.

Termine

109. Ausgabe des Monatsbriefs