Abgeordnetenbrief März 2015

Von Bier aus Weihenstephan, Schmökern unter der Bettdecke, Geräuschlosem aus dem Plenarsaal des Landtags und einer Diskussion über Toleranz, Meinungsfreiheit und Demokratie lesen Sie in meinem Märzbrief. Viel Spaß wünscht

Ihre Isabell Zacharias

Inhalt:

  • Angewandte Wissenschaften
  • Kinder zum Lesen verlocken
  • Religion und die Medien
  • Debatten ohne Ton
  • Nachgehakt
  • Termine

Angewandte Wissenschaften

Bier ist das Ergebnis angewandter Biotechnologie. Seit 5000 Jahren wird gebraut, Biotechnologie ist nichts Neues. Neu ist die Verknüpfung von Biotec und Informatik. Welche Chancen sich daraus ergeben, schilderte mir Frank Leßke, Dekan der Fakultät für Biotechnologie und Bioinformatik der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Über Sanierungsstau, den prekären Mittelbau und alles, was sonst noch im Argen liegt, sprachen wir anschließend mit dem Präsidenten und dem Kanzler der HWST. Es zeigte sich wieder einmal: Mit ihren Forderungen für die bayerischen Hochschulen liegt die SPD-Fraktion goldrichtig.

Kinder zum Lesen verlocken

Lesen aus schierem Vergnügen? Verdirbt den Charakter und macht süchtig, hieß es im 19. Jahrhundert. Schlechte Augen kriegte man angeblich auch davon. Heute ermuntert man Kinder eher noch, heimlich unter der Bettdecke zu lesen. Lesen soll Spaß machen! Selbst Comics sind nicht mehr tabu, Hauptsache, die Jugend liest. Und was soll ich sagen? Das ist gut so. Lesen weitet den Horizont, es eröffnet neue Welten. Höchste Zeit für mehr Leseförderung in Kitas und Schulen und für einschlägig gebildete Lehrer und Erzieher. Lesen Sie mehr dazu im Bericht über die von mir moderierte Podiumsdiskussion.

Religion und die Medien

Muss man sich als Muslim vom Anschlag auf Charlie Hebdo distanzieren? Wie ist es mit Kopftuch, Fasten und Meinungsfreiheit? Wie passt der Islam zur Demokratie? Die Diskussion an der Mittelschule Wittelsbacher Straße in München war anspruchsvoll und differenziert. Auf dem Podium zwei Schüler, der Journalist Christoph Hollender, der Islamwissenschaftler Veli Sanci und ich. Seit 2012 ist die Schule Referenzschule für Medienbildung und beschäftigt sich mit Massenmedien. Die Podiumsdiskussion über Religion und Medien war etwas Neues. In wünsche mir mehr davon, an allen Schulen, am besten jede Woche. Den Bericht der Süddeutschen Zeitung finden Sie auf der Website der Schule.

Debatte ohne Ton

Nach dem erfolgreichen eineinhalbjährigen Probelauf werden seit Dezember 2014 die Plenarsitzungen des Landtags unmittelbar in Gebärdensprache übersetzt und mitgeschrieben. Wer schlecht oder gar nicht hört, kann die Debatten dennoch über Web TV live im Internet verfolgen.

Nachgehakt

Im Jahr 2013 hat der Bund die Büchergeldpauschale der 13 vom BMBF geförderten Begabtenförderungswerke von 150 auf 300 Euro erhöht. Ich habe die bayerische Staatsregierung gefragt, ob Vergleichbares für das Max-Weber-Programm geplant ist, das nicht zu den 13 gehört. Die Antwort hatte etwas von Radio Eriwan. Im Prinzip ja. Da das Geld für das Max-Weber-Programm jedoch aus derselben Quelle stamme wie das Geld für Promotionsstipendien, müssten gerechtigkeitshalber zugleich mit der Bildungspauschale für Studierende auch die Stipendien für Doktoranden erhöht werden. Das sei teuer und nur in kleinen Schritten möglich. Das Finanzministerium müsse zudem noch zustimmen.

Termine

  • Sonntag, 22.3.15, 17 Uhr, Israelitische Kultusgemeinde, St. Jakobs-Platz, München, 20 Jahre Beth Shalom
  • Mittwoch, 25.3.15, 19 Uhr, Kardinal-Döpfner-Haus, Freising, Fachgespräch „Energiewende. Was nun?“

75. Ausgabe des Monatsbriefs