Abgeordnetenbrief Oktober 2017

Isabell Zacharias, MdL

Arme Studenten, gestresste Professoren, überflüssige Gesetze, Krankheiten ... Man könnte trübsinnig werden. Auf der Suche nach Trost habe ich etwas entdeckt, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte: den Goldenen Oktober. Nein, nicht das Wetter der letzten Tage. Den Wein. Den hat 1964 ein Dosenmilchfabrikant erfunden, wie der Spiegel berichtete. Ältere erinnern sich vielleicht noch an die Flüssigkeit. Heben wir das Glas auf den Herbst und auf die Freude am Leben!

Ihre Isabell Zacharias

Inhalt:

  • Vom Munde abgespart
  • Stiefkind Fachhochschule
  • Integration? Kein Problem!
  • Kultur und Kaffeeklatsch
  • Unterstützenswert: Dystonie Treff online
  • Umfrage zum Monatsbrief
  • Termine

Vom Munde abgespart

Manch einer spart sich das Studium tatsächlich vom Munde ab. Wenn die Miete zu hoch ist, spart man beim Essen. Nachzulesen in der Studie Ermittlung der Lebenshaltungskosten von Studierenden. Das ist die erste derartige Untersuchung seit 1971, also seit es Bafög gibt. Nun weiß man auch offiziell, dass der Bafög-Höchstsatz von 735 Euro zu niedrig ist, denn ein Studium kostet 920 bis 950 Euro im Monat. Da muss man entweder jobben, was dem Studium schadet, oder reiche Eltern haben. Oder Bafög beantragen, was aber immer weniger Studierende tun. Unser Dringlichkeitsantrag fordert die Staatregierung auf, sich für ein besseres Bafög einzusetzen. Leider haben CSU und Grüne ihn abgelehnt.

Stiefkind Fachhochschule

Der ehemals Fachhochschule genannten „Hochschule für angewandte Wissenschaften“ hat der neue Name noch nicht die erhoffte Anerkennung gebracht. Fachhochschulen sind immer noch schlechter dran als Universitäten. Zum Beispiel fehlt ihnen weitgehend der Mittelbau. Professoren müssen alle Aufgaben allein stemmen, was den Job nicht attraktiver macht. Es würde schon helfen, wenn sie weniger Vorlesungen halten müssten. Das ginge mit einer Schwerpunktprofessur. Auch Tandem-Professuren sind sinnvoll, also die Möglichkeit, gleichzeitig an der Fachhochschule und im Unternehmen zu arbeiten. Und dann brauchen Fachhochschulen mehr Forschungsmittel und müssen endlich das Promotionsrecht erhalten, wenigstens in einem Modellversuch.

Integration? Kein Problem!

Am 1. Januar 2017 trat das Bayerische Integrationsgesetz in Kraft. Der Protest war heftig. Mit dem Misstrauen gegen Migranten konnten damals viele nichts anfangen. Die Behörden seitdem offenbar auch nicht. Jedenfalls kennt das Sozialministerium keinen Fall, in dem das Gesetz angewendet worden wäre. Keinem einzigen Migranten wurden Leistungen gestrichen, keinem wurde eine Geldbuße oder gar ein Grundkurs über die Rechts- und Werteordnung auferlegt. Wohlwollend könnte man sagen: Das Gesetz wirkt präventiv. Weniger wohlwollend: Es war reiner Wahlkampf. Mehr Infos gab es bei unserer Pressekonferenz.

Kultur und Kaffeeklatsch

Starke Frauen diskutieren beim Kaffeetrinken und machen anschließend etwas mit Kultur. Das Ganze heißt „Kultur und Kaffeeklatsch“ und hat inzwischen Tradition. Bei der siebten Auflage haben Claudia Tausend, Diana Stachowitz und ich die starken Münchner Frauen ins Nymphenburger Schloss eingeladen, schöne Frauen gucken. Genauer gesagt: die Schönheitengalerie Ludwigs I. Adelig musste eine Frau damals nicht sein, um von Ludwigs Hofmaler gemalt zu werden. Nur schön. Einflussreich wurde sie, sobald sie an der Wand hing. Ob es uns dereinst wohl beschieden ist, in die Galerie von König Seehofers Schönheiten aufgenommen zu werden? Ich wasche mir vorsichtshalber schon mal Hals und Ohren.

Unterstützenswert: Dystonie Treff online

In der Rubrik „unterstützenswert“ informiere ich über Organisationen, in denen ich Mitglied bin. Bei allen Unterschieden haben sie eines gemeinsam: Hier engagieren sich Menschen ehrenamtlich für eine gute Sache. Ich unterstütze sie durch meinen Mitgliedsbeitrag und durch Werbung. Der Dystonie Treff online e.V. mit Sitz in München klärt seit rund vier Jahren über die Auswirkung und die Behandlung von Dystonien auf und unterstützt Selbsthilfegruppen. Das Besondere: Er bringt „Betroffene und Angehörige im Internet zusammen“ und befreit sie dadurch aus der Isolation. Selbst wenn Sie, so wie ich, nicht zu den Betroffenen gehören, können Sie den Verein durch Ihren Jahresbeitrag (35 Euro) unterstützen. Ich würde mich freuen.

Umfrage zum Monatsbrief

Im Mai habe ich Sie gefragt, was ich am Monatsbrief ändern soll. Nichts, fanden die allermeisten. Drei hätten ihn gern als Buch, doch nach einem Blick zur Frankfurter Buchmesse lassen wir das. Es gibt genug Papier auf der Welt. Die Themen, die Sie vorgeschlagen haben, greife ich auf, sobald sie in meiner Arbeit vorkommen. Den häufigsten Wunsch kann ich Ihnen nach Rücksprache mit unserem Techniker nun leider doch nicht erfüllen: Bilder. Bebilderte E-Mails bleiben gern in Filtern des Arbeitgebers hängen, und gerade am Arbeitsplatz sollen Sie wenigstens einmal im Monat etwas zu lächeln haben. Für Bilder besuchen Sie mich also bitte weiterhin auf Facebook.

Termine

106. Ausgabe des Monatsbriefs