Abgeordnetenbrief September 2018

Isabell Zacharias, MdL

Die Beiträge sind heute ein wenig länger geworden, zum Ausgleich ist das Vorwort kurz. Eine erhellende Lektüre wünscht

Ihre Isabell Zacharias

Inhalt:

  • Politik für Autisten
  • Das Konzerthaus für alle
  • München oder Babelsberg?
  • Wohnen in der Stadt
  • Repair-Café plus Pädagogik
  • Unterstützenswert: das SPD-Büro in Schwabing
  • Termine

Politik für Autisten Es ist ja nicht so, dass für Autisten in Bayern nichts getan würde. Wie fast immer beim Thema Behinderung ist das engagierten Betroffenen zu verdanken. 2008 hat Dorothea Heiser von der MAS-Selbsthilfe mit einer Petition Kompetenzzentren für Autismus auf den Weg gebracht. 2017 hat sie mit einer Petition für einen Autismuslehrstuhl nachgelegt. Der Wissenschaftsausschuss des Landtags unterstützt das Anliegen, obwohl die Politik sich aus den Hochschulen eigentlich herauszuhalten hat. Jetzt bemüht sich die Universität München um eine Stiftungsprofessur, ein Autismus-Netzwerk aller bayerischen Unis ist geplant. Wie viel trotzdem noch im Argen liegt und dass hier die Politik gefordert ist, wurde bei einem Gespräch mit Dorothea Heiser und Dr. Leonhard Schilbach vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie deutlich. Ich formuliere gerade einen Antrag dazu.

Das Konzerthaus für alle Das neue Münchner Konzerthaus braucht ein Bildungs- und Kulturkonzept. Schließlich soll es ein Haus für alle werden: für die üblichen Konzertbesucher sowieso, aber auch für Leute, die mit bildungsbürgerlichen Angeboten bisher nicht so viel am Hut haben. Und für die Jugend. Es wäre großartig, wenn es mit einem Konzert für Kinder und Jugendliche eröffnet würde! Das Bildungsprogramm muss zusammen mit dem Gebäude entworfen werden, damit später nicht unveränderbare Rahmenbedingungen kreative Ideen unmöglich machen. Vermittlung von Kultur ist genauso wichtig wie das Kulturangebot selbst. Auch dazu stellen wir im Landtag einen Antrag.

München oder Babelsberg? Filmschaffende entscheiden sich immer öfter für Babelsberg. Bei einem Fachgespräch ließ ich mir von mehr als einem Dutzend Institutionen, von der Produktionsgesellschaft über das Filmfest bis hin zum FilmFernsehFonds Bayern, die Gründe erläutern. Einleuchtende Gründe: Die Drehbedingungen in Bayern sind schwierig, die technischen Voraussetzungen schlecht, und das Leben in München ist teuer. „Der Filmstandort Bayern gerät ins Wanken“, sagte jemand. Was ist zu tun? Am besten von anderen lernen. Berlin und NRW fördern besser, weil sie nicht nur auf Glamour setzen, und Skandinavien und Frankreich unterstützen den nationalen Film als Kulturgut. Als leidenschaftliche Cineastin setze ich mich vor allem weiter für die Nachwuchsförderung ein, so wie mit dem Nachwuchspreis des DOK.filmfestivals.

Wohnen in der Stadt In München wohnen immer mehr Leute und brauchen immer mehr Platz. Auch wegen der vielen Singles. Bestimmt würden manche ihre große Wohnung gegen eine kleine tauschen, wenn ihnen jemand beim Umzug hilft. Das war eine Idee, die mir im Gespräch mit der ehemaligen Bundesbauministerin Barbara Hendricks kam. Zusammen mit dem Landtagskandidaten Michael Ott haben wir bei einem Rundgang in München Mitte Münchens heißestes Thema diskutiert: die Wohnungsmisere. Eine selbstgemachte Misere. Lange glaubte man, die Bevölkerung würde schrumpfen, neue Wohnungen brauche es nicht. Und nun kommt man mit dem Bauen nicht nach. Damit es schneller geht, sollte Bayern sozialen Wohnungsbau auch bei Genossenschaften und privaten Investoren deutlich stärker fördern.

Repair-Café plus Pädagogik Ist Ihr Toaster kaputt? Streikt der CD-Spieler? Wenn Sie in München-Schwabing wohnen, haben Sie Glück. In der Rudolf-Steiner-Schule repariert man Ihr Gerät gratis. Die Schüler-Reparaturwerkstatt ist ein Repair-Café ohne Kaffee, dafür mit pädagogischem Konzept. Weil davon alle profitieren, möchte der Initiator Walter Kraus auch andere Schulen für solchen Unterricht in Nachhaltigkeit gewinnen. Er lädt am 23. und 24. November zu einem Blick in die Schüler-Reparaturwerkstatt ein, bei dem auch das Handbuch „Reparieren macht Schule“ vorgestellt wird. Näheres auf der Website des Projekts. Diese Einladung sollten Sie im ureigensten Interesse an die nächstgelegene Schule weiterleiten. Bevor Ihr CD-Spieler streikt.

Unterstützenswert: das SPD-Bürgerbüro in Schwabing Warum sollten Sie ein Parteibüro mitfinanzieren? Gute Frage. Die gute Antwort: weil das Büro nicht nur der SPD nützt. Seit 40 Jahren steht es dem ganzen Viertel offen, mit Kunstaustellungen und mit Mieter-, Schuldner- und Künstlersozialberatung. Der Trägerverein SPD-Büro Schwabing e. V. sorgt für dieses soziale Zentrum. Um Fördermitglied zu werden, brauchen Sie übrigens nicht in die SPD einzutreten.

Termine + Freitag, 14.9.2018, 19 Uhr, Hofbräuhaus (Erkerzimmer), Platzl 9, Bezahlbarer Wohnraum in München! + Freitag, 21.9.2018, 15 Uhr, Geschwister-Scholl-Platz, München, #Ausbefristet. Gute Arbeit ist unbefristet! + Donnerstag, 27.9.2018, 18 Uhr, Thierschstr. 17, München, Verein für Fraueninteressen, Gesprächsforum PolitikFrauenGesellschaft + Dienstag, 2.10.2018, 19 Uhr, SPD Bürgerbüro, Belgradstr. 15a, München, Frauen in der Stadt, Diskussionsveranstaltung mit Christine Strobl, Bürgermeisterin

117. Ausgabe des Monatsbriefs