Der Lohn der Frauen - Mehr Fairness bei der Bezahlung im Filmgeschäft

27. Juni 2017

Hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion mit SPD-Kultursprecherin Isabell Zacharias - Frauen in der Filmbranche werden immer noch deutlich schlechter bezahlt als Männer

Was bisher noch als offenes Geheimnis galt, ist inzwischen weltweit in Studien belegt: Die Gagen von Frauen beim Film sind weit niedriger als die ihrer männlichen Kollegen. Mit 22 Prozent liegt die Lohnlücke in der Branche sogar noch über dem allgemeinen "Gender Pay Gap" in Deutschland. Wie tief diese Ungleichheit in unserer Gesellschaft verankert ist und wie faire Beschäftigungsbedingungen beim Film erreicht werden können, darüber hat sich die Kultursprecherin der SPD-Landtagsfraktion Isabell Zacharias nun in einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Münchner Filmfestes mit ihren Gästen unterhalten. Diese waren: Die Schauspielerin Julia Beerhold, die auch Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Film- und Fernsehschauspieler e.V. (BFFS) ist, die Soziologin der Universität Bamberg Prof. Corinna Kleinert, die das Thema eingehend wissenschatlich untersucht hat, sowie die Regisseurin Barbara Teufel.

Mehrere Studien haben inzwischen nachgewiesen, wie ungleich die Bezahlung in der Kreativbranche ist. Schauspielerin Beerhold berichtet von den Ergebnissen einer eigenen Untersuchung von ZDF-und ARD-Sendungen zur Primetime: „Wir haben untersucht, wer, wie lange im Bild ist. Frauen kommen gerade zu einem Drittel der Sendezeiten vor. Sie haben weniger und kleinere Rollen als ihre männlichen Kollegen. Das führt natürlich auch dazu, dass es für Frauen im Schauspiel viel weniger Beschäftigungsmöglichkeiten gibt als für Männer.“ Die Forderung der Schauspielervertreterin an die Sender, ist, diese Beschäftigungspolitik offenzulegen: „Wir brauchen eine Gender-Monitoring!“

Auch die fehlende Absicherung der selbstständigen Künstlerinnen in der Schwangerschaft ist ein großes Problem, erklärt Beerhold. „Für uns gibt es kein Elterngeld. Schwangerschaft ist ein großes Berufsrisiko, was oft dazu führt, dass Frauen über Jahre keine Engagements mehr bekommen.“ Die Regisseurin Bettina Teufel bestätigt das für ihre Kolleginnen: „Viele Frauen verstecken ihre Schwangerschaft, um nicht abgestempelt zu werden. Für projektorientierte Jobs muss hier eine Lösung gefunden werden.“

Für Regisseurinnen ist der Markt generell noch schwieriger, berichtet Teufel: „Fast 50 Prozent der Regiestudierenden sind weiblich, aber nur 15 Prozent der Filme werden von Frauen gemacht! Nur mit einer 50-Prozent-Quote kann dieses Missverhältnis beseitigt werden!“ Wie es gehen kann, zeige das Land Schweden. Teufel: „Vor zehn Jahren hat Schweden die Frauenquote bei der Filmförderung eingeführt. Nach fünf Jahren war eine 50-prozentige Förderung von weiblichen Filmproduktionen erreicht“.

Für Prof. Corinna Kleinert sind die stereotypen Darstellungen von Frauen und Männern, die im Fernsehen und Film immer noch stattfinden, weit hinter der Realität zurückgeblieben. „Frauen sind in den Filmen und Serien weit weniger berufstätig und werden meist in den traditionellen typischen Rollen gezeigt. Das Fernsehen hat für Kinder und Jugendliche aber eine wichtige Vorbildfunktion. Bei der Berufswahl sind die Jugendlichen durch die bestehenden Rollenbilder stark eingeschränkt und das Fernsehen verstärkt dies noch“. Deutschland stehe sowohl bei der schlechteren Bezahlung von Frauen, wie auch beim Beharren auf traditionellen Rollenverteilungen im internationalen Vergleich weit hinten.

Für Prof. Corinna Kleinert sind die stereotypen Darstellungen von Frauen und Männern, die im Fernsehen und Film immer noch stattfinden, weit hinter der Realität zurückgeblieben. „Frauen sind in den Filmen und Serien weit weniger berufstätig und werden meist in den traditionellen typischen Rollen gezeigt. Das Fernsehen hat für Kinder und Jugendliche aber eine wichtige Vorbildfunktion. Bei der Berufswahl sind die Jugendlichen durch die bestehenden Rollenbilder stark eingeschränkt und das Fernsehen verstärkt dies noch“. Deutschland stehe sowohl bei der schlechteren Bezahlung von Frauen, wie auch beim Beharren auf traditionellen Rollenverteilungen im internationalen Vergleich weit hinten.