Studierende und Azubis brauchen ein Dach über dem Kopf

17. Oktober 2017

SPD-Experten Andreas Lotte und Isabell Zacharias wollen mehr staatliche Förderung von Wohnheimen - Junge Menschen müssen inzwischen in Notunterkünften einquartiert werden

Die SPD-Fraktion macht sich für bezahlbaren Wohnraum für Studierende und Auszubildende stark. In der Aktuellen Stunde des Landtagsplenums warb der SPD-Wohnungspolitiker Andreas Lotte am Dienstag dafür, den staatlichen Bau von Wohnheimen zu verstärken. „Die Situation ist für Studierende und für Auszubildende gleich schlecht: Sie können sich meist keine eigene Wohnung leisten und sind auf günstige Plätze in Wohnheimen angewiesen. Allein in München stehen 10.000 Studierende auf der Warteliste für eine solche Unterkunft. Zuständig dafür ist rechtlich allein die Staatsregierung."

Doch statt eine Bauoffensive zu starten, ignoriert die Staatsregierung die Not der jungen Menschen. „Im ganzen Jahr 2016 sind in Summe nur 40 Wohnplätze in ganz Bayern hinzukommen", kritisiert Lotte. "40 Betten für das gesamte Land. Ich wollte das zunächst gar nicht glauben, aber das ist die offizielle Auskunft des Ministeriums.“

Die SPD-Hochschulpolitikerin Isabell Zacharias sieht durch diese Situation auch den Lernerfolg in Gefahr. „Unter solchen Bedingungen lässt sich doch kein Studium erfolgreich absolvieren! Statt im Hörsaal verbringen die jungen Leute einen Großteil ihrer Zeit bei Aushilfsjobs, um irgendwie über die Runden zu kommen.“ Die SPD-Fraktion schlägt vor, deutlich mehr Geld für den Bau von klassischen Wohnheimen auszugeben – also Wohnanlagen mit Gemeinschaftseinrichtungen wie Küchen oder Aufenthaltsräumen. Bisher liegt der Schwerpunkt auf Einzelapartments. Das macht das Bauen und damit die Mieten teurer. "Außerdem muss dringend eine Gesetzeslücke geschlossen werden: Wir wollen das Gesetz zur Förderung so verändern, dass eine vorzeitige Rückzahlung nicht automatisch dazu führt, dass die Belegungs- und Mietpreisbindungen aufgehoben werden", erklärt Lotte. "Diese Gesetzeslücke wurde schon mehrfach ausgenutzt."